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hier werde ich versuchen nach und nach mein leben zu erzählen,meine geschichte.was ich war und was ich bin.wie ich sein will.meinen weg.

ich hoffe es bringt klarheit.

Bericht aus der Kitzbergklinik:

Mittwoch, 27. Juni 2007

 

Hier sitze ich nun. In einem fremden Bett, in einer fremden Stadt, in einem fremden Haus. Mit fremden Menschen um mich herum. Alles fremd, fremd unbekannt und neu. Und nach einer Woche doch nicht mehr so fremd und nicht mehr ganz so neu.

Das Schlimme ist, dass ich mir Gedanken darüber mache die Therapie abzubrechen. Dass ich glaube, ich wäre geheilt. Was nicht stimmt. Natürlich nicht. Aber ich weiß auch, dass ich nicht länger als 8 Wochen hier bleiben werde. Acht Wochen sind das Maximum. Eher 6. Ich weiß, dass es anmaßend ist, weil ich so lange darauf gewartet habe und weil ich so vielen Menschen eine Belastung darstelle . Aber ich will auf mich hören, es ist mein Leben, meine Therapie und meine Entscheidung. Aber ich versuche, mir jetzt darüber noch keine Gedanken zu machen. Ich bin erst eine Woche hier. Noch nicht Einmal. Wie kann ich da schon an ein Ende denken. Ich bin erst im Anfangsstadium und denke bereits ans Nachhausegehen. Schlimm.

Ich weiß auch , dass das die Verdrängungstaktik ist. Leider. Ich habe Angst vor dem, was noch kommen wird. Unweigerlich. Ich möchte meine Ferien erleben. Genießen. Andererseits weiß ich auch, dass ich meine Ferien nur im gesunden Zustand genießen kann. Ich setze mich schon wieder unter Druck, obwohl ich sehr gut weiß, dass mir das nur schadet. Man denke nur an die Filderklinik. An das Ergebnis damals. Ich wollte mir dieses Mal alle Zeit der Welt geben und nehmen. Dieses Mal wollte ich es richtig machen. Die Basis für mein Leben schaffen. Und nun verbaue ich es mir. Aber ich finde es auch gut, dass ich mich getraut habe, hier her zukommen. Es kostet Überwindung und wie ich finde auch eine ordentliche Portion Mut! Auch zu meiner Krankheit zu stehen, war sehr mutig und ist ein großer Fortschritt zum letzten Jahr. Darauf bin ich stolz.

Auch heute kann ich stolz auf mich sein. Ich habe in der Kunsttherapie ein Bild gemalt und nicht nur auf die Schönheit geachtet, sondern vor allem auf das, was ich aussagen möchte. Es entstand tatsächlich ein Bild mit dem ich zufrieden bin. Zufriedenheit ist ein schönes Gefühl. Ich bin zufrieden mit mir. Mein Bild strahlt meine Situation aus. Das Bild vom inneren Kind gefällt mir. Auch dass das Kind von mir gequält wird, finde ich sehr treffend. Ich quäle mich selbst und gönne mir keine Zufriedenheit. Ich hoffe und wünsche mir, dass ich lernen kann in kleinen Schritten zu denken und nicht alles auf einmal haben zu wollen und zu müssen.

Nicht das Ziel sofort erreichen zu müssen, nicht alles Essbare auf einmal im Magen zu haben, sondern nach und nach. Niemand nimmt mir etwas weg. Nur die Messlatte darf nicht zu hoch gesteckt sein. Niemand schafft es über 5 Meter zu springen. Nur mit einer helfenden Hand.

Ich wünsche, dass ich nicht zu eitel und eingebildet bin, sondern dass ich die Unterstützung, die ich hier bekomme dankbar annehmen kann und auch akzeptiere.

Die Kraft selbst aber muss von mir kommen. Kann nur von mir kommen. Von mir allein!

Ich kämpfe!




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